Der folgende Text zeigt, wie die Integration eines zu uns geflüchteten Menschen sehr gut gelingen kann. Frau Aya Miaari hat die Unterstützung bekommen, die sie gebraucht hat, und sie selbst ist gebildet, flexibel und sehr willensstark. Hier ist ihre Geschichte:
„Ich wollte Pharmazeutin werden. Nach der Matura habe ich mit dem Studium begonnen, es lief gut“, erzählt die 23-jährige Aya Miaari. Doch ihr Traum zerbrach. Das Leben in ihrer Heimat Syrien wurde immer unsicherer und gefährlicher. Sie musste sich schnell in Sicherheit bringen. Dabei wurde auch ihre Familie auseinandergerissen.
„Meine Flucht über das Meer war hochriskant. Ich hatte großes Glück, dass ich überlebt habe. Irgendwann landete ich in Kärnten in einem Flüchtlingsquartier der Diakonie. Mein Mann – ich habe sehr jung geheiratet – kam nach. Doch die Ehe hielt nicht. Er verließ mich bald und ich war ganz allein und überfordert in einem Land, von dem ich fast nichts kannte.“
Seit damals sind drei Jahre vergangen. Aya Miaaris Leben hat währenddessen ganz neue Perspektiven gewonnen. Sie erzählt: „Nach der Scheidung habe ich unterschiedliche Jobs angenommen, ich war Zimmermädchen, dann einmal für das Frühstücksservice zuständig und ich war in einer Putzerei beschäftigt. Alles ziemlich anstrengend, aber trotzdem gut für mich, weil es mir bei der Sprache sehr geholfen hat. Zusätzlich besuchte ich Deutschkurse, was ich bis heute noch tue.“
Viel Unterstützung und Motivation beim Erlernen der Sprache, in Alltags- und Berufsfragen habe Aya Miaari durch das Diakonie-Projekt „A:Life“ erfahren. Und nicht nur das, seit kurzem sei sie selbst Teil des Teams: „Ich mache dort ein Praktikum und bin für Menschen mit Biografien, die meiner sehr ähnlich sind, da. Ich weiß, was sie durchgemacht haben. Sie schenken mir ihr Vertrauen. Zu meinen Tätigkeiten gehören unter anderem das Dolmetschen bei Ärzten und Ämtern.“
Für die meist traumatisierten Klientinnen und Klienten habe sie einen Rat, der ihr auch geholfen habe: „Denke nicht zurück, was du auf der Flucht erlebt hast, denke, dass du jetzt in Sicherheit bis und eine reelle Chance auf ein besseres Leben hast.“
Aya Miaari sei so glücklich mit dem, was sie jetzt mache, dass sich daraus auch ein neues Berufsziel ergeben habe: „Ab Herbst starte ich mit meiner Ausbildung zur Sozialpädagogin in der SOB der Diakonie, darauf freue ich mich schon sehr.“
Menschen auf der Flucht wollen arbeiten, teilhaben, auf eigenen Beinen stehen. Sie wollen sich integrieren, aber es fehlt an Möglichkeiten und Unterstützung. Wir sollten ihr Potenzial nutzen. Wer Integration will, muss sie auch ermöglichen!
#WirBrauchenSieAlle #IntegrationAmArbeitsmarkt
Dieser Ansicht bin auch ich.
Von Herzen grüßt
Veronika