Nachdem sich schon einige frühere Beiträge mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen befasst haben, damit, wie es ihnen geht, und wie der österreichische Staat als Verantwortungsträger mit ihnen verfährt, habe ich die Gelegenheit bekommen, ein Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu besuchen.
Es handelt sich um eine Einrichtung mitten in der Stadt, was den dort untergebrachten Buben Kontakte mit Einheimischen und einen verhältnismäßig guten Zugang zu Bildung und Sprache ermöglicht, und auch die Betreuer*innen, die sich rund um die Uhr um sie kümmern, sind überaus engagiert und schaffen es, dass sich die Bewohner dort zu Hause fühlen können.
Mit einer der beiden Leiterinnen konnte ich das folgende Interview führen:
Leider muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Heim eher eine Ausnahme darstellt. Die Standorte für solche Einrichtungen befinden sich in der Regel dort, wo mehrheitlich andere Ausländer leben, oder überhaupt sehr weit außerhalb von Städten, was Integration bzw. Inklusion unmöglich macht. Aber auch der ungünstige Betreuungsschlüssel und die aberwitzige Knausrigkeit des Staates beim Essengeld (€ 3.50/Tag für einen Heranwachsenden!) können nur durch außergewöhnliches, um nicht zu sagen, aufopferndes Engagement der dort Arbeitenden einigermaßen wettgemacht werden.
Von Herzen grüßt
Veronika
2 Kommentare
Sehr interessantes Interview! Ich bin ja nicht völlig unwissend, was dieses Thema betrifft, bin aber trotzdem erschüttert, dass sich immer noch nichts in eine positive Richtung geändert hat. Es ist immer auch das GELD, das überall fehlt! Und es fehlt der politische Wille, ändlich was zu verändern! Mir ist jetzt auch erst so wirklich klar geworden, warum meine Buben im Kurs ständig über Hunger geklagt haben!! Ich dachte, dass Jugendliche ständig Hunger haben, was ja auch tatsächlich stimmt – aber, dass sie so knapp „gehalten“ werden, ist schlicht ein Wahnsinn und ein Armutszeugnis für unser Land! Wir haben im Deutschkurs auch oft miteinander gekocht, um (einfaches!) Österreichisches Essen zu präsentieren, und umgekehrt haben sie Einiges aus der Afghanischen Küche gezeigt. Palatschinken zB. waren sehr beliebt! Was ich sonst da jetzt noch gehört habe (Gesundheitsversorgung, Unterbringung usw.) habe ich tw. selbst bei meinen Kursteilnehmern auch exakt so erfahren… Mein Dank gilt allen Betreuerinnen, ob haupt- oder auch ehrenamtlich, die sich engagieren!
Das war ein tolles Gespräch.
Ich denke, wenn die Jungs ein paar Ausflüge und Aktivitäten mit anderen österreichischen Jungs machen, hilft es sehr bei der Integration.
Ich weiß, das ist nicht leicht zu organisieren.
Außerdem stimme ich euch zu, was das Essensgeld betrifft, das ist wirklich wenig.